Zum Junghundaufbau sollte der Hund den Zahnwechsel bereits hinter sich haben. Der Zahnwechsel ist je nach Hunderasse ab dem 6. Lebensmonat abgeschlossen. Dies ist aus dem Grunde wichtig, da die Milchzähne nicht so stabil im Kiefer verankert sind und daher leichter herausbrechen können. Bei der Förderung des Beute- und Spieltriebs könnte sich ein zu junger Hund verletzen. In der Folge kann eine Verknüpfung von Beute/Spiel und Schmerz entstehen, was für die weitere Ausbildung von Nachteil sein kann.
Ist der Zahnwechsel abgeschlossen, kann es aber schon losgehen:
Ziel des Junghundaufbaus ist es, die von Natur aus gegebenen Triebe eines Hundes zu wecken und zu fördern in welchen er sich später lenken lassen soll.
-Beutetrieb
Oder Jagdtrieb. Kurz gesagt: Jagen, zufassen, totschütteln und nach Hause tragen.
Der Beutetrieb ist für den Schutzdienst von großer Bedeutung. Der Beutetrieb wird reflexartig ausgelöst, indem sich ein Beuteobjekt rasch vom Hund entfernt (und nicht dem Hund entgegenkommt - so verhält sich keine Beute!).
-Spieltrieb
Hier ist das Interesse an und das Beschäftigen mit der toten Beute gemeint, wie auch das spielerische Auseinandersetzen mit dem Hundeführer. Ist die Beute (Spielzeug wie Ball oder Beißwurst) nur solange interessant, wie sie sich bewegt?
Der Spieltrieb ist wichtig für den Bereich Unterordnung. Gehorcht der Hund, bekommt er sein Spielzeug.
-Kampftrieb
Dieser Begriff wird gerne mißverstanden. Wir wollen nicht, dass der Hund um sein Leben kämpft. Denn Angst in Verbindung mit Aggression erzeugen Stress. Hat ein Hund Stress, ist er weniger lernfähig.
Gemeint ist die Lust um die Beute zu kämpfen. Hierbei bilden Hund und Hundeführer ein Team und der Schutzdiensthelfer ist der Gegenspieler. Gekämpft wird um die Beute (Beißwurst oder Hetzarm). Der Hund soll lernen, sich die Beute zu erkämpfen und zu verteidigen. Es liegt am Schutzdiensthelfer, den Hund an seine Grenzen zu führen, seine Grenzen zu erweitern und ihn mutiger werden zu lassen. Mut und Härte sind wichtig für den Schutzdienst.
-Schutztrieb
Der Hund soll seinen Meuteführer beschützen, wenn dieser angegriffen wird. Der Schutztrieb sollte von Natur aus vorhanden sein, denn er dient der Arterhaltung und Unversehrtheit des Rudels. Er wird ab einem gewissen Reifungsgrad geweckt, falls nicht schon vorhanden. Denn er setzt Kampftrieb, Mut und sicherlich eine gewisse Härte voraus.
Das gewünschte Ziel der Aus- und Weiterbildung ist es dann, dass sich der Hund in all seinen Trieben beherrschen kann und Gehorsam zeigt - sich also steuern lässt.